time stands still

 

German artist Michael Kruscha and Canadian composer Michael Matthews come from different backgrounds, work primarily in different mediums, and have very different artistic experiences and perspectives. Yet they have forged a deep personal and artistic friendship, evidenced by their shared interest in the malleability of photographic expression.

Primarily an abstract painter and graphic artist, Michael Kruscha is also an avid photographer and world traveler. Time Stands Still presents Kruscha’s images of bus stops, a series taken over a period of 12 years, often in remote places in which the notion of public transportation seems almost ironic. The quirky designs of these structures (ranging from highly ornate to minimally functional) and their seemingly random placement in the landscape, calls into question the basic notion of “shelter” and the public aesthetic.

 

Hier und da

 

Wenn der Berliner Künstler Micha Kruscha seine neue Ausstellung „hier und da“ überschreibt, dann klingt das zunächst unspektakulär und nüchtern. Doch offenbart der Blick auf jüngst entstandene Werkgruppen einen deutlichen Strukturwandel gegenüber früheren. Große dynamisch gesetzte Formen sind einem sich ausstreuenden und zugleich verbindenden Detailreichtum gewichen. Was Kruscha in der Begegnung von malerischen und collagierten Partien überlagert und ausbreitet, erweisen sich als subtile Suchbewegungen. Im poetischen Fächer von alten Papieren und sparsamen Farbeinfügungen entfalten sich mal lustvoll, mal melancholisch inneren Landschaften. Jörg Sperling

Transition

 

‚Bus Stops‘, Grundmotiv.

Begleitung für viele Jahre.

 

Im Bedeutungswandel vom eigenen Fluchtpunkt, heraus aus Provinz und Enge,

hin zu seltsamen Verlassenheitsorten als fremd-vertrauten Interpunktionen langer Reisen.

Ihre Vergessenheit und ihr Auffinden, ihr Funktionsloswerden und ihr Eintritt in die Welt der Zeichen:

 

Anlass für dieses zwölf Jahre umfassende Bilderinventar.

 

Bilder einer Landschaft

 

Ausstellung: 24.04. bis 11.07.2021, Galerie Brandenburg, Wendisches Museum, Cottbus

 

Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt 23.01. bis 30.08.2020

Koroška galerija likovnih umetnosti, Slovenj Gradec 04.10. bis 08.12.2019

Sorbisches Museum, Bautzen 27.05.2019 bis 25.08.2019

 

Die Ausstellung „BILDER EINER LANDSCHAFT““ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung für das sorbische Volk mit dem Sorbischen Museum Bautzen (D), der Koroška galerija likovnih umetnosti (Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Koroška) in Slovenj Gradec (SLO), dem Museum Moderner Kunst Kärnten in Klagenfurt (A) und dem Wendischen Museum Cottbus (D).

Nika Autor (SLO) | Iris Brankatschk (D) | Jošt Franko (SLO) | IRWIN (SLO) | Michael Kruscha (D) | Marko Lipuš (A) | Zorka L-Weiss (A) | Melitta Moschik (A) | Marko Peljhan (SLO) | Frauke Rahr (D) | Hella Stoletzki (D) | Karl Vouk (A)

Insgesamt 12 Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit interkulturellen und interdisziplinären Entwicklungsprozessen der Landschaft und Kultur auseinander.

abBau

 

ausgekohlte_landschaften ist ein künstlerischer Versuch verschwindende Landschaften in ihrer Vielfalt, Geschichte und morbiden Schönheit zu würdigen. Das Landschaftsbild und das kulturelle Miteinander der Lausitz waren lange Zeit vom Tagebau geprägt. Nach drastischen gesellschaftlichen Umwälzungen zugunsten des Braunkohleabbaus, dem Verlust von Heimat und Traditionen, bildete sich eine neue regionale Identität heraus. Doch die intensive Ausbeutung der Braunkohlevorräte führte zu enormen Umweltbelastungen und -zerstörungen. Die Folge waren soziale, politische und ethische Eruptionen und ein gesamtgesellschaftliches Umdenken.

 

Christin Wilcken / Michael Kruscha/ Thomas Kläber/ Karin Gier

lubinalove

Ausstellung: 30.10. bis 31.12.2020, Galerie Brandenburg, Cottbus

 

Das FilmFestival Cottbus (FFC) feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum und seit 2003 ist die Lubina die offizielle Preisskulptur des Festivals. Die Galerie Brandenburg und die Galerie Fünf haben 25 KünstlerInnen aus der Lausitz und darüber hinaus dazu aufgerufen, die Lubina in ihrer eigenen künstlerischen Art und Weise zu interpretieren und mit völliger Freiheit umzusetzen. Dabei entstanden 28 Kunstwerke, die ab dem 30. Oktober im Großenhainer Bahnhof ausgestellt werden. #lubinalove

from the series here and there

Correspondence überrascht im rasterartigen Aufkreuzen von Briefkuverts: wundersam gefüttert, treten Schönheiten verborgenen Innenlebens hervor. Post aus längst vergangenen Tagen, deren Briefgeheimnisse der Künstler offenlegt: es sind Sendungen wie aus einer anderen Welt, als die saugenden digitalen Kanäle noch nicht existierten.Kruscha verwandelt  abgelagerte Korrespondenz, vom Vergessen staubbelastete Briefumschläge zu einem dekorativen Abgesang.

Jörg Sperling

Travelling, 2021,

0,70x 0,50m,

Collage

Correspondence, 2021,

0,80x 3,00m, mixed media on canvas

Wenn der Berliner Künstler Micha Kruscha seine neue Ausstellung „hier und da“ überschreibt, dann klingt das zunächst unspektakulär und nüchtern. Doch offenbart der Blick auf jüngst entstandene Werkgruppen einen deutlichen Strukturwandel gegenüber früheren. Große dynamisch gesetzte Formen sind einem sich ausstreuenden und zugleich verbindenden Detailreichtum gewichen. Was Kruscha in der Begegnung von malerischen und collagierten Partien überlagert und ausbreitet, erweisen sich als subtile Suchbewegungen. Im poetischen Fächer von alten Papieren und sparsamen Farbeinfügungen entfalten sich mal lustvoll, mal melancholisch inneren Landschaften.

Jörg Sperling

Hadramaut, 2021, 1,00x 1,00m, mixed media on canvas

Aussprache in weiss, 2021, 2,00x 1,60m, acrylic on canvas

Notenheft, 2021, 1,10x 0,70m, mixed media on canvas

o.T., 2019, 80x 100cm, mixed media on canvas

o.T., 2020, 40x 20, 40x 30cm, mixed media on canvas

from the series- Reisenotizen, 2020/21, 70x 50cm, collage on paper

exhibition view artspace Braugasse

caravanserai, 2019, 50x 200cm, mixed media on canvas

Naherholungsgebiet, 2020, 150cmx 240cm, mixed media on canvas

images of a landscape – mit Arbeiten aus dem Zyklus Tagebaulandschaften,

Die Ausstellung widmet sich interkulturell und interdisziplinär Entwicklungsprozessen in der Landschaft und der Kultur.Die Kunst als Impulsgeber trägt dazu bei, sich mit diesen Abbildern zu identifizieren und Wandlungsprozesse wahrzunehmen und diese gegebenenfalls in Frage zu stellen.

Museum of Modern and Contemporary Art Koroska, Slovenj Gradec, 2019

photographer Dobran Lazik

Museum of Modern and Contemporary Art Koroska, Slovenj Gradec, 2019

photographer Dobran Lazik

Museum of Contemporary Art Klagenfurt, Austria, 2020

Sorbisches Museum Bautzen, 2019

Sorbisches Museum Bautzen, 2019

mental maps– aus dem Zyklus Tagebaulandschaften

 

 

Es sind zwölf kleinformatige, annährend quadratische Pinselzeichnungen und Collagen, die Michael Kruscha, unter dem Titel „Mental Maps“ zu einer Arbeit zusammengefasst hat. Auf den ersten Blick erscheinen die Bilder als vollkommen ungegenständliche Farb- und Formkomposition ohne jeden Gegenstandsbezug. Dann aber erkennt man doch Vertrautes: Jenseits und zwischen gestisch gesetzten Pinselstrichen zeigen sich Geländeabbrüche, erodierende, raue Oberflächen, Förderbrücken, Stahlarchitekturen. Es sind Landschaftsbilder einer technisch bedingten Naturveränderung, die man vor sich hat. Schauplatz sind die Tagebaugebiete in der Lausitz.

Dr.Sören Fischer

Gestörte Landschaften, 2016, Arbeiten auf Papier

o.T., 2019, 80x 160cm, acrylic on canvas

scado – aus dem Zyklus Tagebaulandschaften

Sinfonie der Lausitz, 2011,

1,60 x 2,00m,

acrylic on canvas

transformation, 2011,

1,60 x 2,00m,

acrylic on canvas

Schwarze Tage, 2012,

1,60 x 2,00m,

acrylic on canvas

Landschaft mit Testpilot, 2012, 135x 175cm, acrylic on canvas

Tanz des Phönix,

Landart- Installation/ Feuerperformance,

mit Ines Diederich, 2011,

Musik: Sonny Thet, Cello

Tagebau Welzow – Süd

aus der Serie Pueblo

Michael Kruscha überführt die fremde Welt über sein mentales Geschehen ins Eigene und gestaltet sie im Medium Farbe. Ob Monochromie oder Farbenspiel: Farbschichten und Bildebenen überlagern sich, Grafisches und Gestisches beleben den Grund, Lasuren schaffen zarte Übergänge oder Abklebungen scharfe Kontraste – seine Bildsprache ist geprägt von einer Ausdrucksfülle farbiger Elemente, innerer Dialektik und subtiler Komplexität.

Auszug aus dem Text Abstrakte Landschaften © Dr. Marina Linares

long shadow I, 2009, 160 x 200cm, acrylic on canvas

long shadow II, 2009, 80 x 100cm, acrylic on canvas

black mesa, 2010,

0,80 x 1,00m,

acrylic on canvas

betatakin, 2010,

0,80 x 1,00m,

acrylic on canvas

woman and hogan, 2010,

0,80 x 1,00m,

acrylic on canvas

aus der Serie urban flow,

Stadtlandschaften

Die tatsächliche, stellenweise in „Speedlines“ aufgelöste Bewegung bei Kruscha münden aus ihrem Gegensatz heraus in eine neue, faszinierend gemeinschaftliche Bewegung – die des Betrachters.
Der Traum von der Geschwindigkeit ist Alptraum geworden, das Gegenbild zu Beratti:Atemlosigkeit, Gehetztheit, Bewegungszwang. Schwarze Linien rasen über die sauber gezirkelten Flächen von Stadträndern – Mobilität als Alptraum, geronnen zu ästhetisch ansprechenden Liniengeflechten.

Florian L.Arnold

circular flow, 2007,

1,55 x 1,95m,

acrylic on canvas

no activity, 2008,

1,55 x 1,95m,

acrylic on canvas

sign, 2008,

1,55 x 1,95m,

acrylic on canvas

avus, 2007,

1,55 x 1,95m,

acrylic on canvas

aus der Serie toros

In Toros ist das dualistische Prinzip immanent, zeigt sich im Motiv des Kampfes, in den Antagonisten Tier und Mensch. Der Bildserie geht eine Reise nach Spanien voraus, wo Michael Kruscha den Stierkampf selbst beobachten und skizzieren konnte. Fasziniert von der Vitalität und Dynamik, überträgt der Künstler die Momente spannungsvoller Begegnung mit den Mitteln der Malerei. Auf den ersten Arbeiten verschiedenfarbigen Grunds werden nach den Skizzen Bewegungsimpulse in schnellen Linienschwüngen und kraftvollen Gesten auf die Fläche gesetzt, die schmale Figur des Toreros und den massigen Körper des Tieres andeutend.

 

Auszug aus dem Text paso doble,

© Dr. Marina Linares

alto auf rot, 2008,

1,60 x 2,00m,

acrylic on canvas

o.T., 2008,

1,60 x 3,00m,

acrylic on canvas

o.T., 2009,

0,80 x 1,00m,

acrylic on canvas

me sacas de madre, 2009,

1,55 x 1,95m,

acrylic on canvas

aus der Serie arabia felix

Durch die Vielschichtigkeit des Bilder wird der Blick in die Tiefe gezogen, und es erschließt sich dem Betrachter eine dritte Dimension: Michael Kruschas Bilder sind gleichsam begehbar – in ihnen betritt man einen neuen Raum. Dieser ist grundlegend von der Reminiszenz an „Arabia felix“ geprägt, geht aber weit über die Thematisierung des Orients hinaus. Die dialektische Spannung zwischen Form und Farbe bleibt in Kruschas Bildern nicht nur Mittel zum Ausdruck, sondern wird auch selbst zum Inhalt des Bildes. Form und Farbe werden gleichsam getrennt, um neu zusammengeführt und gegeneinander gestellt werden zu können. In der abstrakten Abhandlung von Form und Farbe verlässt das Bild, und mit ihm der Maler wie der Betrachter, das glückliche Arabien. Aber nur, um von neuen Gedanken bereichert zur künstlerischen Verarbeitung von „Arabia felix“ zurückzukehren. Denn die Kunst ähnelt dem Reisen, dem gelegentlichen Verlassen der bekannten Realität, um mit neuen Blickwinkeln wiederzukommen.

 

Katharina Winkler

 

jiblah, 2005,

1,55 x 1,95m,

acrylic on canvas

dschebel, 2005, 1,05 x 1,55m, acrylic on canvas

o.T., 2005, 1,05 x 1,55m, acrylic on canvas

samsara, 2005, 1,05 x 1,55m, acrylic on canvas

bedouins with picnic, 2004, 1,05 x 1,55m, acrylic on canvas

series alegria,

Mit Entschlossenheit und Leichtigkeit werden die Schritte, Bewegungen und Posen dargestellt. Die Spannung entsteht zwischen den Farben, die einen Rhythmus vorgeben, der Geometrie, deren Linien und Kurven ein Gefühl von Stärke und Zärtlichkeit vermitteln. Einige der Figuren der grafischen Serie, deren Gebärden leicht mit denen einer Flamencotänzerin assoziiert werden können, finden sich (über- oder ineinander) in den Gemälden wieder und übernehmen dort eine andere Aufgabe. Dabei stützen diese Linien, deren Urformen grafische Figuren sind, die Gestalt der Gemälde. Ihre Intensität wird mit der Stärke des Strichs ausgedrückt.                                                                  Franz Peter Hugdahl

alegria I, 2003, 1,55 x 1,05m,

acrylic on canvas

 

alegria II, 2003, 1,55 x 1,05m,

acrylic on canvas

grafikblock, 2003

wall painting,

Cafe im Kulturhaus, Hoyerswerda, 2015

5,50 x 8,50m